Der dänische Schuhhersteller Ecco mit Hauptsitz im dänischen Bredebro zieht Konsequenzen aus anhaltend rückläufigen Geschäften und richtet sein globales Produktionsnetzwerk grundlegend neu aus. Aufgrund erheblicher Überkapazitäten und einer zu hohen Kostenbasis stellt das Unternehmen seine Fertigung in Portugal und Vietnam ein. Das Engagement in Vietnam wird beendet, um die Produktionskapazitäten an die Nachfrage anzupassen, die verbleibende Schuhfertigung auf die bestehenden Werke in Indonesien, Thailand und China zu bündeln sowie die Produktion am dänischen Hauptsitz auszubauen. Mit diesem Schritt strebt der Konzern eine jährliche Einsparung von rund 80 Mio. Euro an.
Das Werk im portugiesischen Santa Maria da Feira – 1984 als erste Auslandsstätte eröffnet – stellt den Betrieb ein; für die rund 650 Beschäftigten bedeutet dies das Aus bis zur vollständigen Abwicklung im ersten Quartal 2027. Am vietnamesischen Standort Binh Duong sind rund 1.400 Mitarbeitende betroffen. Zudem plant Ecco den Abbau von weltweit etwa 400 Stellen in administrativen und regionalen Funktionen, darunter rund 80 in Dänemark, sowie die Schließung von mehr als 60 unrentablen Einzelhandelsgeschäften.
Anders als viele große Schuhmarken betreibt Ecco traditionell eigene Produktionsstätten und Gerbereien. Dieses stark vertikal integrierte Geschäftsmodell wird nun an die neuen Marktgegebenheiten angepasst. Um den Wandel zu unterstützen, schießt die Eigentümerfamilie 50 Mio. Euro frisches Kapital ein, das verstärkt in Marketing, Digitalisierung, den E-Commerce und das Großhandelsgeschäft fließen soll. Nach dem Rücktritt von CEO Thomas Gøgsig führt vorübergehend ein internes Führungstrio die Geschäfte, während eine externe Neubesetzung für 2027 angestrebt wird.