Bei Solebox, sieben Stores und ein Onlineshop europaweit, beurteilt man die Lage vor dem Hintergrund der gesamtpoli- tischen und wirtschaftlichen Situation als „herausfordernd“. „Viele äußere Einflüsse wirken auf unseren Markt ein“, sagt Aljoscha Kondratiew, CEO der Sole Brothers GmbH. „Wir beobachten aufmerksam, treffen Ableitungen, nutzen unsere Möglichkeiten, arbeiten hart und sind optimistisch, auch wenn es schwierige Zeiten sind.“ Bei Afew in Düsseldorf ist „die Konsumstimmung zweigeteilt, aber insgesamt stabil“, so Inhaber Andreas Biergen. Speziell im Mittelpreissegment herrsche „Kaufzurückhaltung aufgrund der allgemeinen Unsicherheit“. Einzig Mischa Krewer von 43einhalb, Fulda, mit Store in Frankfurt, konstatiert: „Uns geht es gut.“ Zwar „haben sich die Marktmechanismen vor zwei Jahren verändert, es gibt weniger Hype, mehr Verkauf und speziell im Online-Business eine aus- geprägte Preissensibilität und einen starken Wettbewerb“. So äußerte sich Krewer am 15. Oktober letzten Jahres und bestätigte seine Aussagen noch einmal am 4. Dezember. Am 19. Dezember unterzeichneten er und sein Mit-Geschäftsführer Oliver Baumgart die mehrheitliche Übernahme ihres Unternehmens durch The Platform Group. Warum verkauft man sein Unternehmen, wenn die Geschäftsentwicklung so positiv ist? „Nach einem längeren Auswahlprozess haben wir in The Platform Group einen starken Partner für die Zukunft gefunden“, sagt Krewer. „Wir werden dadurch Teil eines Netzwerks und gehen davon aus, dass beide Partner von den entsprechenden Synergieeffekten profitieren.“ Der Frankfurter Store jedoch „ist sehr stabil und nimmt eine positive Entwicklung“. Erlebt das stationäre Geschäft also eine Renaissance? „Aus unserer Sicht kann man das definitiv so sagen“, bestätigt Krewer. Treiber sei der Community-Spirit. „Die Leute lieben es, Gleichgesinnte zu treffen“, sagt Krewer, „und wenn man attraktive Anlässe schafft, dann kommen sie gern zu uns.“ Spektakuläre Events sind hier der Schlüssel zum stationären Erfolg. Zum Event mit dem Rapper Moses Pelham etwa seien die Leute eineinhalb Stunden angereist, um dabei zu sein. Auch zur Release-Party des Puma-Sneakers in Kooperation mit Rothaus Tannenzäpfle kam die Kundschaft von weither; und online hat diese Collab sogar „weltweit eingeschlagen wie eine Bombe“, sagt Mischa Krewer. Rothaus Tannenzäpfle-Bier habe schließlich selbst in Kalifornien einen Namen.