Deutschlands letzter großer Warenhauskonzern Galeria hat am 2. Oktober erneut Insolvenz angemeldet. Es ist bereits die vierte Insolvenz innerhalb von sechs Jahren. Nach Informationen des „Spiegel“ dürfte ein Sanierungskonzept die Schließung zahlreicher Standorte vorsehen. Demnach stehen gut 30 der aktuell 83 Warenhäuser auf der Kippe.
Die wirtschaftliche Entwicklung hat sich zuletzt deutlich verschlechtert. Internen Zahlen zufolge sank der Umsatz zwischen Anfang Oktober 2025 und Ende September binnen Jahresfrist um 10 % auf 1,79 Milliarden Euro. Geplant waren mehr als zwei Milliarden Euro. Der Bruttogewinn ging gegenüber dem Vorjahr um 12,7 % auf 728 Mio. Euro zurück. Neben einem aus Sicht von Insidern zu großen Filialnetz belasteten hohe Warenbestände und umfangreiche Rabattaktionen das Unternehmen.
Galeria-Miteigentümer Bernd Beetz machte das Management für die jüngste Insolvenz verantwortlich. Er habe die Insolvenz „grundsätzlich für vermeidbar“ gehalten, sagte Beetz der „Bild“-Zeitung. Der Umbau des Konzerns sei zu langsam erfolgt. Beetz und sein Mitinvestor NRDC hätten Galeria „in einer schwierigen Lage übernommen und viel Zeit, Energie und eigenes Kapital investiert, um dem Unternehmen eine Zukunft zu geben“.
Bei der Übernahme hatten die Eigentümer zugesagt, alle 83 Filialen zu erhalten. Andere Interessenten hielten laut dem Bericht des „Spiegel“ bereits damals ein Netz von rund 60 Warenhäusern für realistischer. Galeria finanzierte sich zuletzt unter anderem über Kredite: Bain Capital stellte rund 60 Mio. Euro zu einem Zinssatz von etwa 14 % bereit. Ein weiteres Darlehen von bis zu 160 Mio. Euro kam vom US-Kreditgeber Gordon Brothers.
Um die großen Flächen wirtschaftlicher zu betreiben, wurde auch die Untervermietung an andere Händler wie Decathlon oder Lidl geprüft. Der dafür notwendige Umbau aller Häuser würde laut Insidern allerdings rund 50 Mio. Euro kosten. Bislang wurden solche Partnerschaften daher nur an einzelnen Standorten umgesetzt. Nun hängt die Zukunft von Galeria davon ab, ob der vorläufige Insolvenzverwalter ausreichende Chancen für eine Sanierung sieht und ein tragfähiges Konzept für das verbleibende Filialnetz vorgelegt werden kann.