Markenverband, Handelsverband Deutschland (HDE) und Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) wenden sich in einer gemeinsamen Initiative an die Bundesregierung. Hintergrund ist das massive Aufkommen von Importen aus Drittstaaten – allein im Jahr 2025 gelangten schätzungsweise 5,9 Mrd. E-Commerce-Kleinsendungen in die Europäische Union. Viele dieser Produkte entsprechen nicht den europäischen Standards, sind gefälscht oder gefährden die Sicherheit der Verbraucher. Da Anbietern außerhalb der EU oft ein rechtlich greifbarer Ansprechpartner im Binnenmarkt fehlt, lassen sich bestehende Vorschriften und Sanktionen in der Praxis häufig nicht durchsetzen.
Um diesen Missständen entgegenzuwirken, schlägt das Bündnis konkrete Maßnahmen für den European Product Act vor. Künftig soll für jedes in der EU angebotene Produkt ein verlässlicher, geprüfter und solventer Bevollmächtigter mit Sitz im europäischen Wirtschaftsraum benannt werden müssen, der die volle rechtliche Verantwortung übernimmt. Online-Plattformen sollen verpflichtet werden, das Vorhandensein eines solchen Verantwortlichen vor der Freischaltung von Angeboten per Datenbankabgleich zu überprüfen. Kommt eine Plattform dieser Prüfpflicht nicht nach und fehlt ein Bevollmächtigter, soll sie selbst haftbar gemacht werden können. Ziel der Initiatoren ist es, faire Wettbewerbsbedingungen für den heimischen Handel zu sichern und das Schutzniveau für Verbraucher nachhaltig zu stärken.