Viele moderne Käufe sind Kreditgeschäfte, also Geschäfte, bei denen Verbraucher eine Leistung erhalten, die erst später bezahlt wird. Dies gilt beispielsweise bei der Bestellung auf Rechnung, als auch beim Kauf auf Raten. Dafür muss aber erst einmal Vertrauen geschaffen werden. Beides wird möglich durch ein so genanntes Kredit Scoring, mit dem anhand von gesammelten Erfahrungen aus der Vergangenheit eine möglichst zuverlässige und objektive Prognose für die künftige Kreditwürdigkeit eines Kunden erstellt wird.
Eine Studie, die im Auftrag von den Wirtschaftsauskunfteien mit Unterstützung des HDE vom Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) und vom Institut für Bürgerliches Recht, Handels- und Wirtschaftsrecht sowie Rechtsinformatik der Universität Oldenburg durchgeführt worden ist, hat laut HDE deutlich gemacht, dass der Handel den Kunden auf Grundlage der Scoring-Ergebnisse beim Kauf günstige und auf die individuelle Leistungsfähigkeit abgestimmte Ratenzahlungen anbieten und so auch eine Überforderung des Verbrauchers vermeiden könne. „Ohne Scoring könnten die Händler nicht mehr einschätzen, wie wahrscheinlich eine Bezahlung durch den Kunden ist. Das würde zu einer Einschränkung des Leistungsangebots im Einzelhandel führen“, erklärt der HDE-Experte weiter. Dann würden die seriösen Verbraucher die Zeche für einzelne schwarze Schafe mitbezahlen.
Neue gesetzliche Einschränkungen für das Scoring hätten negative Auswirkungen auf Händler und Kunden.