HDE warnt vor massiven Leerständen im Einzelhandel
Deutschlands Innenstädte
Der Onlinehandel bringt Einzelhändler in Deutschland zunehmend in Bedrängnis. Wie der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands Deutschland (HDE), Stefan Genth, gegenüber der Tageszeitung ’Welt‘ erklärt, werden bis zum Jahr 2020 rund 50.000 Standorte vom Markt verschwinden.
06.06.2017
Michael Frantze
1 Minute
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Laut einer Studie des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung und des Handelsverbands Deutschland (HDE), die der ’Welt‘ vorliegt, blutet der Einzelhandel immer mehr aus. Denn durch den zunehmenden Online-Handel werden vor allem kleine und mittelständische Einzelhändler zur Geschäftsaufgabe gedrängt. Bisher könne die Existenznot noch kompensiert und frei werdende Flächen neu vermietet werden. Doch ab 2018 komme „zum sporadischen Leerstand zunächst ein Umbruchleerstand hinzu“, bis sich die Entwicklung in den deutschen Innenstädten noch verschärfen werde. Wie Stefan Gent gegenüber der ’Welt‘ berichtet, werden bis 2020 rund 50.000 Standorte vom Markt verschwinden.
Um dieser Entwicklung noch entgegenwirken zu können, müssen in vielen Städten „die Fußgängerzonen gesundgeschrumpft werden“, so Genth. Daher fordert der HDE-Hauptgeschäftsführer ein entschlossenes Eingreifen von Politik und Kommunen. „Die Verwaltungen müssen sich um ihre Innenstädte kümmern. Das schafft der Handel nicht mehr alleine.“
Vor diesem Hintergrund schlägt Gent unter anderem vor, dass Städte sogenannte ’Citymanager‘ etablieren, die als eine Art ’Kümmerer‘ an der Schnittstelle zwischen Handel, Immobilienbesitzern, Wirtschaftsförderung und Stadtmarketing agieren und dort Planungen und Konzepte vorantreiben und koordinieren. Ebenso müsse die Politik das Bau- und Planungsrecht anpassen, etwa um Geschäfte zusammenzulegen oder „um Geschäftsräume am Rand von Fußgängerzonen in Wohnraum umzuwidmen“. Darüber hinaus fordert Genth die Politik auf, mehr Chancengleichheit zwischen stationärem Handel und den Online-Handel schaffen.