2023 setzte die italienische Schuhindustrie laut Industrieverband Assocalzaturifici 14,6 Mrd. Euro um. Das entspricht einem leichten Plus von 0,9% im Vergleich zum Vorjahr. Im Export wurden 12,8 Mrd. Euro umgesetzt, 1,1% mehr als 2022. Die Handelsbilanz fällt mit einem Plus von 5,8 Mrd. Euro oder 7,3% positiv aus. Die Ausgaben der italienischen Haushalte jedoch mit 1,5% negativ.
Während der Umsatz und der Wert der exportierten Waren sich leicht positiv entwickelt, gibt es beim Volumen ein Minus. Es wurden mit 148 Mio. Paar 8,6% weniger Schuhe produziert als im Vorjahr. Das Exportvolumen ist um 10,6% niedriger als im Vorjahr. Die aktuelle Entwicklung bereite Sorgen für das laufende Jahr, wie Assocalzaturifici-CEO Giovanna Ceolini erklärt: „Im abgeschlossenen Jahr gab es eine wechselhafte Performance der italienischen Schuhindustrie. Der brillanten Performance des ersten Quartals, mit zweistelligen Zuwächsen im Export und Umsatz, folgte eine durchgehende Verlangsamung.“ Dieser kontinuierliche, wirtschaftliche Rückgang werde zumindest in der ersten Jahreshälfte 2024 aufgrund der geopolitischen Lage weitergehen. Mehr als die Hälfte der von Assocalzaturifici befragten Unternehmerinnen und Unternehmer glauben nicht an eine Erholung vor 2025.
Die nach Länder aufgeschlüsselten Exportzahlen, die bislang bis einschließlich Oktober vorliegen, zeigen, dass Frankreich weiterhin der wichtigste Absatzmarkt ist. Es gab dort ein Plus von 17,3% im Wert und 1,1% im Volumen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Einen starkes Minus gab es im Schweizer Markt. Dorthin wurden 24,6% im Wert und 33,3% im Volumen weniger exportiert. In Deutschland und den USA gab es vor allem in der zweiten Jahreshälfte einen Rückgang, was sich in beiden Ländern in einem Exportvolumen-Minus von rund 20% niederschlägt. Im Wert gab es in die USA ein Minus von 7,8%, nach Deutschland eines von 2,3%.
Wichtig ist der ostasiatische Markt, wo es auch die höchsten Durchschnittspreise gibt. Im Wert sind die Exporte nach China um 12,4% angestiegen, nach Hongkong um 16,5%, nach Japan um 18,7% und nach Südkorea um 2,8%. In die Vereinigten Arabischen Emirate ist der Wert um 30% und das Volumen um 8,9% hochgegangen. Russland (+36,8% im Wert) und die Ukraine (79% im Wert) haben sich als Märkte erholt, sind jedoch noch weitaus schwächer als noch vor Kriegsbeginn.