Die italienische Schuhindustrie musste im ersten Quartal 2024 einen Rückgang beim Export und im Umsatz hinnehmen. Der Export ist im Vergleich zum Vorjahresquartal um 9,7% im Wert und um 10,3% bei der Paarzahl zurückgegangen, der Umsatz um 10,1%. „Der Rückgang, der in der zweiten Hälfte des letzten Jahres begann, hat sich zum Start 2024 fortgesetzt“, fasst Assocalzaturifici-Präsidentin Giovanna Ceolini die Ergebnisse zusammen. Auch der Ausblick sei negativ. Nur 11% der Befragten gingen bei einer Assocalzaturifici-Umfrage im Mai von einer Verbesserung der ökonomischen Lage im zweiten Quartal aus. „Mehr als 80% erwarten keinen Turnaround vor 2025“, so Ceolini.
Der Export in EU-Länder hat sich mit einem Minus von 4,1% im Wert weniger stark verschlechtert als der Export in Nicht-EU-Länder (-15%). Der Exportwert nach Frankreich und Spanien ist sogar um 1,7% bzw. 8,5% gestiegen. Der Export nach Deutschland ist um 10% zurückgegangen, der Export nach Belgien um 20%, bei einem Volumenrückgang von 37,6%. Außerhalb der EU fällt das starke Minus beim Export in die Schweiz auf: Der Export ging um 53,4% im Wert und um 36,7% im Volumen zurück. Dabei sei die Schweiz immer eine Drehscheibe für internationale Modekonzerne gewesen. Der Export in die Eidgenossenschaft gehe zugunsten von direkten Lieferungen in die Zielmärkte zurück. Gestiegen ist der Export nach Ostasien (+4,3% im Wert) und in den Nahen Osten (+14,1% im Wert). Der Export in die USA (-8,8% im Wert), nach Kanada (-7,2% im Wert) und das Vereinigte Königreich (-6,1% im Wert) geht zurück. Außerdem gab es ein weiteres Minus bei der Ausfuhr nach Russland (-22,4% im Wert und -17.8% im Volumen), jedoch eine Erholung bei der Ausfuhr in die Ukraine: Der Wert ist um 21% gestiegen, während die Paarzahl um 11% gesunken ist.
Die Anzahl an aktiven Schuhindustrieunternehmen in Italien ist auf 3.490 gesunken. Das entspricht einem Minus von 2,1% und einem Minus von 0,8% bei der Mitarbeiterzahl im Vergleich zum Dezember 2023.