Bereits im Januar hatte Nike im Zuge der Konsolidierung seiner US-Distributionszentren in Tennessee und Mississippi knapp 800 Stellen gestrichen. Wenige Wochen später folgten auch Einschnitte bei Converse, ohne dass konkrete Zahlen genannt wurden. Bei den Restrukturierungskosten handelt es sich laut einem Bericht der Footwear News hauptsächlich um Abfindungszahlungen für Mitarbeitende.
In einer Mitteilung des Unternehmens heißt es: „Das Management von Nike Inc. hat Möglichkeiten geprüft, durch eine Neuausrichtung der Kosten effizienter und profitabler zu arbeiten und gleichzeitig Investitionen zu tätigen, um das Wachstum wieder anzukurbeln.“ Weiter heißt es: „Das Unternehmen prüft Möglichkeiten und wird gegebenenfalls zusätzliche Maßnahmen ergreifen, die in den kommenden Quartalen zu weiteren Aufwendungen führen könnten.“
Bereits im Januar hatte der Analyst Laurent Vasilescu darauf hingewiesen, dass Nike einen Verkauf von Converse prüfen könnte. Die „grundlegende Gesundheit“ der Marke sei „unsicherer“ als bislang angenommen. Hintergrund sind deutliche Umsatzrückgänge: Im ersten Quartal brachen die Erlöse um 28 % ein, im zweiten Quartal um weitere 31 %. Das operative Ergebnis (EBIT) rutschte im zweiten Quartal in die Verlustzone: Im zweiten Quartal setzte Converse noch 300 Mio. US-Dollar um – ein Minus von 30 % auf berichteter Basis, mit Rückgängen in allen Regionen.
Der Analyst verweist zudem darauf, dass Nike bereits 2024 ein Restrukturierungsprogramm angekündigt hatte, um bis zum Geschäftsjahr 2026 rund 2 Mrd. US-Dollar einzusparen. Gleichzeitig seien die Vertriebs- und Verwaltungskosten seitdem jedoch unverändert.
Ein möglicher Verkauf von Converse wäre nicht der erste Markenausstieg für Nike. In der Vergangenheit hatte sich der Konzern unter anderem von Cole Haan, Umbro, Starter, Bauer und Hurley getrennt.
Nike will seine Zahlen für das dritte Quartal 2026 am 31. März vorlegen. Dann dürfte klarer werden, ob es sich bei den aktuellen Maßnahmen um eine reine Effizienzoffensive handelt – oder um den nächsten strategischen Portfolioumbau mit Signalwirkung für den globalen Sneakermarkt.