Das Thema Preisentwicklung in der Schuhbranche ist so aktuell wie eh und je: Steigende Kosten führen meist zu steigenden Preisen, und dass diese nicht ebenso selbstverständlich von der Kundschaft aufgenommen werden, leuchtet ein. Mit den richtigen Argumenten und Überzeugungen schaffen es Marken jedoch, sich auch im höherpreisigen Segment zu etablieren. Das Stichwort: USP. Denn wenn dieser überzeugt, steigt nicht nur der Wert des Produkts, sondern erhöht sich auch die Sichtbarkeit dessen. Die Marke kommt wortwörtlich bei den Kunden an.
Der Damenschuhhersteller Kennel & Schmenger zeigt, wie es gehen kann. Mit ihrer Produktion in Deutschland und Europa hat sich die Marke ihren Platz im Markt erfolgreich erschlossen. Nicht nur habe sich das Unternehmen dabei auf ein höheres Preisgebiet begeben, vielmehr gehe es den damit bedienten Markt reflektiert an, sagt Geschäftsführer Andreas Klautzsch. Soll heißen: Die Marke weiß, für wen sie ist – und für wen eben nicht. Es gebe Frauen, die bei Preislagen über 300 Euro nicht mehr folgen könnten. „Aber es kommen auch neue hinzu.“ Die Chance wird hier bei den Kundinnen der noch höheren Preislagen gesehen: Wer sich den Prada-Sneaker nicht mehr leisten kann, könnte in Kennel & Schmenger eine vernünftige Alternative finden.
Ähnlich entschlossen wird das Thema im Hausschuhsegment diskutiert. Gleichzeitig will hierbei jedoch auch die Stellung des Segments auf der Ladenfläche überdacht werden. Als Warengruppe, die „einfach immer mitläuft“, geraten Hausschuhe etwas ins Wanken. Grund genug für manche Marken, sich auch hier neu zu erfinden. Unternehmen aus dem Ausland machen es vor: Shepherd of Sweden bietet Hausschuhe mit Schaffell für deutlich höhere Preise an, als es der deutsche Markt vielleicht gewohnt ist. „Unsere Produkte sind nicht für den schnellen Trend gedacht“, heißt es von Sales Manager Toni Dimov. „Sie sind langlebig und zeitlos.“ Auch die niederländische Marke Tofvel weiß sich zu präsentieren: Mit einem ebenfalls etwas höheren VK-Preis liefern die Schuhe, handgefilzt in Nepal, gleich eine Geschichte mit dazu. „Wir wissen, dass wir nicht zu jedem Laden passen“, so Hooijer-Director Vincent Heemink. Es tut sich was in der Branche; letztendlich ist es an den Marken, ihre Nische im Markt zu finden.