Der BTE Handelsverband Textil Schuhe Lederwaren begrüßt das von der Bundesregierung vorgestellte Programm für Aufschwung und Beschäftigung grundsätzlich. Das Maßnahmenpaket enthalte wichtige Ansätze zur Entlastung von Verbrauchern, Unternehmen und dem Wirtschaftsstandort Deutschland. Entscheidend sei nun jedoch eine schnelle und praxisnahe Umsetzung.
„Das Programm setzt an richtigen Stellen an. Für den Modehandel zählt jetzt aber, dass die Maßnahmen nicht nur angekündigt, sondern im betrieblichen Alltag spürbar werden. Unsere Branche braucht mehr Konsumkraft, weniger Bürokratie, tragbare Arbeitskosten und faire Wettbewerbsbedingungen“, erklärt BTE-Präsident Mark Rauschen.
Positiv bewertet der Verband die geplante Entlastung bei der Einkommensteuer ab dem 1. Januar 2027. Dadurch könne die Kaufkraft der Verbraucher gestärkt und der Konsum im stationären Handel belebt werden. Allerdings weist der BTE darauf hin, dass die Wirkung erst mit zeitlicher Verzögerung eintreten werde und vielen Unternehmen angesichts aktueller Liquiditäts-, Bestands- und Margenprobleme kurzfristig nicht helfe.
Ein zentrales Anliegen des Verbandes ist zudem der angekündigte Bürokratieabbau. Das geplante Berichtsentlastungsgesetz, die Überprüfung bestehender Dokumentationspflichten sowie der Abbau betrieblicher Beauftragtenfunktionen könnten Unternehmen spürbar entlasten.
„Bürokratie ist längst zu einem Standort- und Wettbewerbsrisiko geworden. Händlerinnen und Händler müssen ihre Zeit wieder stärker für Kundinnen und Kunden, Mitarbeitende, Sortimente, Digitalisierung und Innenstadtengagement einsetzen können – nicht für immer neue Nachweise, Berichte und Formulare“, so Rauschen.
Kritisch sieht der BTE hingegen die geplante Anhebung des Pauschalsteuersatzes für Minijobs von zwei auf fünf Prozent. Minijobs seien für den Einzelhandel ein wichtiges Instrument, um Nachfragespitzen abzudecken. Höhere Abgaben würden die Unternehmen zusätzlich belasten.
Auch bei den Sonntagsöffnungen sieht der Verband Nachbesserungsbedarf. Dass längere Öffnungszeiten künftig lediglich für Bäckereien, Konditoreien und Bibliotheken vorgesehen sind, werde der Bedeutung des stationären Textil-, Schuh- und Lederwareneinzelhandels als Frequenzbringer für die Innenstädte nicht gerecht.
Der BTE appelliert deshalb an Bundesregierung und Bundestag, die angekündigten Maßnahmen zügig umzusetzen und dabei die Belange des mittelständischen Handels konsequent zu berücksichtigen.