Die Beschäftigten im Hamburger Einzelhandel können aufatmen: Der mehr als einjährige Tarifkonflikt zwischen dem Handelsverband Nord und der Vereinten Dienstleistergewerkschaft (Verdi) hat ein Ende gefunden. In drei Schritten soll der neue Tarif umgesetzt werden. Ab dem 1. Oktober 2023 werden die Entgelte, nach fünf Nullmonaten, rückwirkend um 5,3% angehoben. Ab dem 1. Mai 2024 erhöht sich der Tarif um 4,7%, im Mai 2025 um 40 Euro sowie weitere 1,8%. Die Ausbildungsvergütung werde überproportional erhöht. Neben einer Erhöhung der tariflichen Altersvorsorge um jährlich 120 Euro erhalten die Vollzeitbeschäftigten eine Inflationsausgleichsprämie von 1.000 Euro.
„Wir sind erleichtert, dass es trotz der historisch schwierigen Ausgangslage mit außergewöhnlicher Inflation, multiplen globalen Krisen und einer andauernden Konsumzurückhaltung der Verbraucher gelungen ist, heute in einem ersten Tarifgebiet einen Abschluss für den Einzelhandel zu erzielen“, sagt Steven Haarke, Tarifgeschäftsführer des HDE. „Damit ist man an die äußerste finanzielle Schmerzgrenze für die Arbeitgeber gegangen.“ Der HDE spricht dabei von einer finanziellen Herausforderung, die der Tarifabschluss für Unternehmen darstelle, betont jedoch die zwei Jahre Friedenspflicht, die Planungssicherheit garantiere.
Auch wenn der erzielte Abschluss nicht den ursprünglichen Erwartungen von Verdi entspricht, zeigt sich Verdi-Bundesvorstandsmitglied Silke Zimmer zufrieden mit dem Ergebnis: „Das war lange überfällig. Die Kolleginnen und Kollegen haben ein Jahr hart gekämpft. Die Einigung in Hamburg ist ein großartiger Erfolg. Es ist dem Mut und der Ausdauer der Kolleginnen und Kollegen zu verdanken, dass tausende Beschäftigte in Hamburg wieder unter dem Schutz eines rechtsverbindlichen Tarifvertrages stehen.“