Zwar gebe Saga Furs Zertifikate aus, die höchsten Tierschutzstandards unterliegen sollen. Jedoch belegten die jüngsten Aufnahmen das Gegenteil, argumentiert ’Vier Pfoten‘: „Die dokumentierten Haltungsbedingungen auf Saga-zertifizierten Farmen sind ebenso grausam wie auf konventionellen Pelzfarmen. Kein Wunder, denn die Farm-Zertifizierung von Saga Furs basiert auf völlig unzureichenden Minimalvorgaben des Europarats, welche die Tierquälerei in winzigen Gitterkäfigen erlaubt. Ihre Einhaltung ist in Europa eine Selbstverständlichkeit und kein Qualitätsmerkmal“, erklärt Biologe Thomas Pietsch, Wildtierexperte bei ’Vier Pfoten‘. „Die aktuell dokumentierten Haltungsbedingungen zeigen, dass nicht einmal diese Minimalvorgaben auf allen Farmen eingehalten werden. So steht etwa Rotfüchsen kein abgeteilter Bereich mit festen Wänden zur Verfügung.“
Burberry: „Täuschung der Konsumenten"
Burberry bewerbe seine Pelzprodukte als ethisch korrekt und aus einer Herkunft mit hohen Tierschutzstandards; dies sei jedoch eine Täuschung der Konsumenten, so die Tierschutzorganisation. „Es handelt sich um eine völlig haltlose Marketingstrategie der Pelzbranche, welche die grausame Farmhaltung als guten Standard anpreist. Wenn Burberry den eigenen ethischen Ansprüchen im Tierschutz wirklich genügen will, muss das Unternehmen aus dem Geschäft mit Echtpelz aussteigen“, fordert Thomas Pietsch.
’Vier Pfoten‘ plädiert für mehr Aufklärung
Nach Umfragen von ’Vier Pfoten‘ lehnt ein Großteil der Menschen Pelzprodukte ab und hält sie für nicht mehr zeitgemäß. Modeunternehmen, die keinen Pelz verwenden, erzielten dagegen bei einer Mehrheit der Menschen Imagegewinne und würden von den Konsumenten vorgezogen. Gemäß einer britischen Umfrage sind jedoch gerade jüngere Menschen dem Thema weniger abgeneigt. „Es besteht bei der Aufklärungsarbeit definitiv Handlungsbedarf, um wieder ein verstärktes Bewusstsein zu schaffen, wie viel Tierleid hinter der Pelzmode steckt und dass Pelz vorwiegend als Accessoire Verwendung findet“, so Thomas Pietsch. Außerdem hätten Straßenbefragungen von ’Vier Pfoten‘ in Berlin, Wien und Zürich erst vor kurzem ergeben, dass viele junge Menschen nichts gegen Pelz in Form von Accessoires haben.