Das Ergebnis liegt über der Prognose von 2,5 %. Digitale Dienstleistungen legten demnach um 7,3 % auf 14,4 Mrd. Euro zu. Zusammen nähert sich der Gesamtumsatz aus Waren und Dienstleistungen wieder der 100-Mrd.-Euro-Marke.
Für 2026 erwarten BEVH und EHI ein (nominales) Umsatzwachstum im Onlinehandel mit Waren von 3,8 % – trotz „schwieriger Rahmenbedingungen“: „Der Onlinehandel ist ein seltener Lichtblick in der deutschen Wirtschaft. Die Menschen konsumieren auch in unsicheren Zeiten weiter, sie tun es aber digital. Die Eskalation geopolitischer Konflikte, innenpolitische Instabilität und die kritische Lage deutscher Schlüsselindustrien schränken ein stärkeres Wachstum ein. Insgesamt wird der E-Commerce sich aber deutlich besser entwickeln als der traditionelle Einzelhandel“, sagt BEVH-Präsident Gero Furchheim.
Bei Kennzahlen zur Nachfrage bleibt der Anteil der Viel-Käufer laut Mitteilung stabil: 34,2 % der Online-Kundinnen und -Kunden bestellen im Schnitt zweimal wöchentlich oder häufiger. Der durchschnittliche Bestellwert stieg von 144,12 Euro (2024) auf 146,19 Euro, die Kundenzufriedenheit liegt bei 96,2 %.
Auf Warengruppenebene nennt die Prognose als wachstumsstarke Kategorien Medikamente (+6,0 %) und Lebensmittel (+5,5 %). Mode verbesserte sich auf +3,5 % und auch Schuhe legten um +3,7 % zu. Elektronik/Telekommunikation wuchs mit +1,4 % unter dem Gesamtmarkt, nachdem es im Vorjahr noch deutlich rückläufig war.
Online-Marktplätze verzeichneten mit +4,9 % das stärkste Wachstum und wickeln laut BEVH/EHI inzwischen 56 % des Onlinehandels ab (46,2 Mrd. Euro). Plattformen chinesischer Herkunft (Shein, Temu, Ali Express) wuchsen um 27,2 % auf 3,7 Mrd. Euro und machen 30 % des gesamten Warenwachstums (2,6 Mrd. Euro) ausm. Zudem wächst Re-Commerce: gewerbliche Umsätze mit „Pre-Loved Goods“ stiegen im vergangenen Jahr um 21,8 % auf 1,96 Mrd. Euro.
Beim Thema KI-Shopping zeigt eine neue BEVH-Umfrage jedoch Zurückhaltung: Nur 6,3 % würden ihre Einkäufe komplett per KI durchführen, 91,7 % lehnten Shopping-KIs derzeit ab. BEVH und EHI fordern klare Regeln:
„Bei aller Technologieoffenheit muss der Gesetzgeber dafür sorgen, dass KI-Plattformen nicht zu übermächtigen ‚Gatekeepern‘ im E-Commerce werden, dass ein Level-Playing-Field mit Händlern gewahrt wird, und KI-Agenten die Grundlagen ihrer Kaufempfehlungen transparent machen“, sagt Alien Mulyk, Geschäftsführerin Public Affairs Europa & Internationales beim BEVH für den Onlinehandel.