Im Gegenteil: Es wird der Eindruck vermittelt, dass Schuhe vielfach ihr Geld nicht wert sind, dass die meisten Schuhe unter menschenunwürdigen Bedingungen herstellt werden und dass Schuhe im schlimmsten Falle krank machen können. So siegen etwa im „Bequemlichkeitscheck“ die Pumps von Deichmann gegen optisch ähnliche Modelle der Görtz-Eigenmarke und Paul Green. Auch der Experte, Schuhmachermeister Rolf Rainer, gibt – wenn auch offensichtlich widerwillig – zu: Im Gegensatz zu den Pumps von Görtz und Paul Green, sei die Polsterung im Deichmann-Modell im Bereich des Vorfußes besser. Außerdem sei das Oberleder an der Schuhspitze bei diesem Schuh weicher und dünner als bei den anderen und dadurch viel bequemer. Er gibt aber zu bedenken, dass dieses dünne Leder samt der einfacheren Verarbeitung nicht so lange halten könnte.
Darüber hinaus kommt in der Sendung Sonderpostenhändler Thomas Tankley zu Wort. Er sagt: „In Deutschland zählt nicht die Beratung, sondern der Preis.“ In seinen Geschäften bietet er Restposten zu Preisen wie 29 Euro für ein Paar Lederstiefel an, die regulär 119 Euro gekostet haben. Dazu der Kommentar des Sprechers: „Die Hersteller verdienen sogar bei diesen vermeintlichen Dumpingpreisen noch mit. Ein Grund: die Produktionsverlagerung.“ Dazu werden Bilder aus der 37 Grad-Reportage gezeigt, die sich der Lederherstellung in Bangladesch widmete. So entsteht bei den Zuschauern der Eindruck, die Zustände in den gezeigten Fabriken seien nicht die Ausnahme, sondern die Regel.
Im weiteren Verlauf der Sendung kommt Dr. Anne-Christin Bansleben zu Wort: „Wenn wir über Lederschuhe sprechen, können die uns krank machen: Hautausschläge, Entzündungen, bis hin zu anaphylaktischen Schocks!" Damit spricht sie das Thema Chrom VI an. Und erklärt zudem, dass auch wenn in den Schuhen "made in Germany" steht, das Leder oft z.B. in Asien hergestellt wird. In ihrem Labor fiel bei einer Stichprobe ein Schuh der Marke Jumex besonders auf. Er enthält 40 mg/kg des gesundheitsschädlichen Stoffes Chrom-VI. Das zeige: Obwohl die Sohle das Siegel "Echt Leder" ziert, welches viele mit Qualität assoziieren, sei darauf nicht immer Verlass.
Ungewöhnlich fällt zudem die Reaktion von Jumex-Expansionsleiter Qiaowu Wu aus: In einem persönlichen Interview bestätigte er, dass dies nicht der erste Fund Chrom-VI belasteter Schuhe sei. Die Firma zieht nun die Konsequenzen: Einstellung der Produktion von Lederschuhen! Sie könnten im Niedrigpreissegment nicht gewährleisten, dass die Lederschuhe unbedenklich sind. Daher setze Jumex künftig ausschließlich auf Synthetik.
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