Weltweites Insolvenzgeschehen beschleunigt sich
In der globalen Insolvenzprognose vom Februar 2024 rechnete Allianz Trade bereits mit einem starken Anstieg im Jahr 2024 (+9%) und einer anschließenden Stabilisierung im Jahr 2025 (+0%). Mit den jüngsten Entwicklungen zeichnet sich weltweit ein noch düstereres Bild mit einem prognostizierten Anstieg von 11% (+2 Prozentpunkte) für dieses Jahr, gefolgt von einem Höchststand im Jahr 2025 mit einem weiteren Zuwachs um 2% (+2 Prozentpunkte). Die Unternehmensinsolvenzen werden sich voraussichtlich erst 2026 auf hohem Niveau stabilisieren.
Haupttreiber des erwarteten globalen Anstiegs 2025 sind die USA mit +12% nach bereits 31% im Jahr 2024. Aber auch Russland (+16%) sowie China (+5%) und Taiwan (7%) in Asien und Deutschland (+4%) und Italien (+4%) in Europa tragen zum weltweiten Anstieg bei. In Frankreich und Großbritannien sind die Insolvenzen nach starken Anstiegen in den vorangegangenen Jahren bereits auf sehr hohen Niveaus und werden sich 2025 leicht abschwächen (jeweils -6%).
Seit Jahresbeginn sind die globalen Unternehmensinsolvenzen bereits um 9% gestiegen. Der Anstieg ist dabei über Regionen und Sektoren hinweg breit angelegt. Weltweit dürfte der Allianz Trade Insolvenzindex Ende 2024 voraussichtlich 13% über dem Durchschnitt der Jahre vor der Pandemie (2016-2019) liegen, aber 11% unter dem Niveau der globalen Finanzkrise.
„Diese globale Achterbahnfahrt bei Unternehmensinsolvenzen ist zum Teil auf die nach wie vor gedämpfte globale Nachfrage, anhaltende geopolitische Unsicherheit und ungleiche Finanzierungsbedingungen zurückzuführen“, sagt Aylin Somersan Coqui, CEO der Allianz Trade Gruppe. „Sie lässt sich aber auch durch den ’Rückstau‘ an Insolvenzen erklären, da Unternehmen nicht mehr durch die während der Pandemie und der Energiekrise eingeführten Unterstützungsmaßnahmen geschützt sind. Deshalb werden Länder, die mehr als die Hälfte des globalen BIP ausmachen, im Jahr 2024 von einem zweistelligen Anstieg der Insolvenzen betroffen sein. Zwei Drittel dürften in diesem Jahr die Zahl der Insolvenzen vor der Pandemie übertreffen. Die Bau-, Einzelhandels- und Dienstleistungsbranche sind am stärksten betroffen, sowohl in Bezug auf die Häufigkeit als auch auf die Schwere der Insolvenzen.“