schuhkurier: Wie war 2024 für Ecco?
Valeska Erkens: Es war ein spannendes Jahr mit vielen positiven Veränderungen. Wir haben ein neues Management Board etabliert, klare Strukturen im Produktbereich definiert, bedeutende Updates in unseren Kollektionen eingeführt und vieles mehr. Zudem haben wir den strategischen Ausbau der Region Central vorangetrieben, die Deutschland, Österreich, die Schweiz und die Niederlande umfasst.
Mit welchen Erwartungen geht das Unternehmen an das neue Jahr 2025?
Casper Gram Hvejsel: Im Jahr 2024 haben wir konsequent daran gearbeitet, eine starke Basis zur Revitalisierung unseres Ecco Wholesale-Kanals zu schaffen. Dabei haben wir verschiedene Geschäftsbereiche optimiert, um sicherzustellen, dass die Marke Ecco sowohl für unsere Handelspartner als auch für die Endkunden relevant bleibt. 2025 werden wir diesen Schwung, den wir im Jahr 2024 aufgebaut haben, fortsetzen. Gleichzeitig ist uns bewusst, dass sich Ecco kontinuierlich weiterentwickeln muss, um den sich wandelnden Erwartungen unserer Kunden und Konsumenten gerecht zu werden und eine hohe Relevanz über alle Vertriebskanäle hinweg zu sichern. Diese Transformation wird nicht mit 2025 enden, sondern bleibt auch darüber hinaus ein zentraler Fokus unserer Strategie.
Wo liegt der strategische Fokus: Wholesale oder D2C?
Valeska Erkens: Das Spannende – und zugleich Herausfordernde – an unserer Region ist die vielfältige Handelslandschaft. Wir verfolgen einen ganzheitlichen Blick auf den Markt, arbeiten Omni-Channel und ziehen wertvolle Learnings aus allen Bereichen. Im eigenen Retail liegt unser Fokus auf der Optimierung des Portfolios. Wir starten im ersten Quartal mit dem Refit unseres Stores in München. Im Bereich Wholesale konzentrieren wir uns auf Wachstum mit strategischen Partnern sowie die Expansion in den Bereichen Fashion und Sport.
Casper Gram Hvejsel: Bei Ecco steht der Kunde im Mittelpunkt all unseres Handelns. Unser Ziel ist es, langfristige Beziehungen aufzubauen, indem wir die Bedürfnisse und Erwartungen unserer Kunden konsequent in den in den Vordergrund stellen. Mit einem konsequenten Omni-Channel-Ansatz stellen wir sicher, dass unser Angebot für unsere Handelspartner ebenso konsistent und abgestimmt ist wie für unsere Endkunden.
Wie sieht die Gewichtung von Wholesale und D2C aus?
Valeska Erkens: Aktuell generieren wir etwa 35% in unserem eigenen Retail in der Region Central. Die dynamischeren Wachstumserwartungen liegen eindeutig im Wholesale, wo wir gezielt auf strategische Partnerschaften und neue Marktsegmente setzen.
Wie viele Ecco-Stores gibt es in Deutschland bzw. global?
Valeska Erkens: Aktuell arbeiten wir mit 52 O&O (Online und Offline)-Stores in der Region Central, 20 in Deutschland.
Manche Händler haben das Gefühl, Deutschland würde bei Eccozunehmend aus dem Blick geraten. Wie wichtig ist Ecco der deutsche Markt?
Valeska Erkens: Deutschland ist von zentraler Wichtigkeit für uns. Wir schätzen unsere loyalen Partner und Konsumenten, die echte Fans der Marke sind. Allerdings haben wir in den letzten Jahren nicht immer das optimale Angebot für sie bereitgestellt. In Deutschland, wie in der gesamten Region, haben wir 2024 intensiv daran gearbeitet – wir waren eng mit unseren Partnern im Kontakt, um deren Needs und Erwartungen an uns zu verstehen, haben Analysen genutzt und damit die Kollektion und unsere Kommunikation überarbeitet. Das Feedback unserer Partner war extrem wertvoll für uns. Die Ergebnisse sind mit den neuen Kollektionsinhalten und Initiativen 2025 und darüber hinaus sichtbar. Dazu zählen die Auswahl neuer Styles, die Expansion erfolgreicher Modellgruppen, der Ausbau der kommerziellen Eckpreislagen sind einige positive Beispiele, die daraus entstanden sind – allesamt Schritte, die das Potenzial haben, den Markt nachhaltig zu stärken.
Casper Gram Hvejsel: Ecco ist ein global agierendes Unternehmen mit einer Präsenz in nahezu 100 Märkten weltweit. Wir sind stolz darauf, unsere Leidenschaft für Schuhhandwerk mit Konsumenten und Partnern über verschiedene Kulturen und Regionen hinweg zu teilen. Europa – und insbesondere Deutschland – bleibt für uns ein Schlüsselmarkt. Seine Bedeutung wird weiterwachsen, und wir investieren gezielt in den Ausbau unserer Präsenz sowie in eine noch engere Zusammenarbeit mit unseren Partnern in Deutschland.
Gab es Preissteigerungen oder wird es Preissteigerungen geben?
Valeska Erkens: Die Kollektion H/W 2025 wurde gezielt gestärkt, mit neuen kommerziellen wie modischen Styles und Farbwelten sowie erweiterten Funktionalitäten. Gleichzeitig haben wir unsere Preisarchitektur in den kommerziell relevanten Segmenten strategisch ausgebaut, um den Marktanforderungen gerecht zu werden.
Gibt es Pläne, Anpassungen bei den Kalkulationen vorzunehmen, um den Händlern entgegenzukommen?
Valeska Erkens: Der wirtschaftliche Erfolg unserer Partner wird von zahlreichen Faktoren beeinflusst. Unser Fokus liegt auf der partnerschaftlichen Zusammenarbeit und der Optimierung unserer Ergebnisse direkt am Point of Sale. Besonders wichtig sind für uns eine effektive Sichtbarkeit der Marke und starke Abverkäufe, die beiden Seiten nachhaltigen Erfolg sichern.