„Über fünf Generationen erhaltene Familientradition endet“

Schuhhaus Meineke schließt in der Bremer Sögestraße

Schuhhaus Meineke in der Sögestraße in Bremen. (Foto: Schuhhaus Meineke)
Schuhhaus Meineke in der Sögestraße in Bremen. (Foto: Schuhhaus Meineke)

Das Bremer Schuhhaus Meineke steht vor dem Aus. Anfang November wird der Standort in der Sögestraße schließen. Für die beiden weiteren Geschäfte in Vegesack ist ein Nachfolger gefunden. Um wen es sich dabei handelt, erfuhr schuhkurier auf Nachfrage.

Nachdem das Bremer Traditionsunternehmen Schuhhaus Meineke Anfang Mai einen Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung gestellt hatte, habe man umfangreiche Maßnahmen ergriffen, um den Fortbestand des Unternehmens zu organisieren, teilt der langjährige Geschäftsführer Klaus Petry in einem Schreiben mit. Unter anderem habe man die Comes Unternehmensberatung mit einem Investorenprozess beauftragt. Das Ziel, alle drei Verkaufsstellen an einen oder mehrere Investoren zu übergeben und so alle 23 Arbeitsplätze zu erhalten, habe jedoch nur für die beiden Geschäfte in Vegesack umgesetzt werden können.
In zahlreichen bundesweit geführten Gesprächen mit potenziellen Unternehmen der Schuhbranche habe der Standort Sögestraße nicht vermittelt werden können. Er wird daher laut dem Unternehmen in der ersten Novemberwoche geschlossen. Ab dem 1. November wird zudem ein Nachfolger die beiden Geschäfte „Schuhhaus Meineke“ und „Schuhhaus Nordenholz“ in Vegesack mit allen dort schon bisher beschäftigten Mitarbeitern fortführen. Wie Klaus Petry auf schuhkurier-Anfrage erklärte, übernimmt die Natuerlich Schuh GmbH/Gress Schuh GmbH aus Worpswede die beiden Standorte. Laut Petry wurde der Übernahmeprozess auch von der ANWR Unternehmensberatung begleitet.  

„In der Sögestraße haben sich zahlreiche Stammkunden im laufenden Räumungsverkauf noch einmal Schuhe gekauft. Viele Kunden haben die Situation insgesamt beklagt und Ihr Bedauern über die Schließung Kund getan“, erklärt Klaus Petry.

Das Schuhhaus Meineke war zuletzt durch den corona-bedingten Lockdown in Schwierigkeiten geraten. Der Umsatzverlust durch die verordneten Geschäftsschließungen während der zu normalen Zeiten umsatzstärksten Verkaufswochen der Sommersaison hatte Anfang Mai zum Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung geführt. Im August war das Hauptverfahren eröffnet worden.

Das 1891 von dem Schuhmachermeister Rudolf Meineke in Vegesack gegründete und auch in der Sögestraße ansässige Schuhgeschäft ist eines der ältesten, inhabergeführten Fachgeschäfte in Bremen. 2016 hatte das Unternehmen sein 125-jähriges Bestehen gefeiert. Zahlreiche Branchenmitglieder waren seinerzeit in Bremen-Vegesack dabei. Mit der Schließung Anfang November endet eine über fünf Generationen erhaltene Familientradition. 

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Petra Steinke / 27.10.2020 - 11:47 Uhr

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