Laut einer aktuellen Meldung der EU-Umweltagentur soll jeder EU-Bürger im Jahr 2022 insgesamt 19 kg Bekleidung, Schuhe und Heimtextilien gekauft haben. Laut dem BTE Handelsverband Textil Schuhe Lederwaren gebe es jedoch zumindest für Deutschland bereits aktuellere und bessere Zahlen. Diese seien allein wegen der Tatsache nötig, dass Deutschland nach wie vor das bevölkerungsreichste und wirtschaftsstärkste EU-Land ist und der europaweite Vergleich daher problematisch sei. So sei auch die Inlandsverfügbarkeit an Bekleidung und Schuhen 2023 um über 20% gefallen und auch die vorläufigen Ergebnisse für 2024 liegen bisher deutlich unter 2024.
Laut dem BTE sei 2022 ohnehin auch ein Ausnahmejahr für den Modeeinkauf gewesen. Ein Jahr nach der Corona-Pandemie habe der Nachholbedarf den Vergleichswert beeinflusst. BTE-Hauptgeschäftsführer Rolf Pangels sagt dazu: „2022 ist daher keine geeignete Basis für ein weiteres Bashing der Modebranche – egal, ob man Stückzahlen oder Gewicht betrachtet!“
Eine ähnliche Entwicklung fand auch bei den Textilentsorgungen statt, bei denen die EU-Umweltagentur ebenfalls hohe Werte feststellte. Nicht zuletzt durch die Corona-Pandemie sei es zu mehr (textilen) Haushaltsauflösungen gekommen, argumentiert der BTE. „In anderen EU-Ländern ist ein ähnlicher Effekt zu vermuten“, so Pangels.
Des weiteren ist der BTE im „ständigen Austausch mit der Politik“. „Die gemeinsame Arbeitsgemeinschaft Textil Schuhe Lederwaren (AG TSL) von BTE, Außenhandelsvereinigung des Deutschen Einzelhandels (AVE) und Handelsverband Deutschland (HDE) hat erst vor wenigen Wochen ein Konzeptpapier zur Umsetzung in Deutschland erstellt“, berichtet der BTE-Hauptgeschäftsführer.