Die Tarifrunde im Einzelhandel startet am 24. April 2026 mit den ersten Verhandlungsrunden in den drei großen Tarifgebieten Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Hamburg. Die Gewerkschaft Verdi fordert eine Erhöhung der Löhne, Gehälter und Entgelte um 7 % bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Der HDE kritisiert diese Forderungen scharf. „Wir appellieren an die Gewerkschaft, die langfristigen und ernsten Folgen ihrer vollkommen überhöhten Forderungen zu überdenken. Wenn die Unternehmen wegen zu hoher Lohnkosten schließen müssen, kann das nicht im Interesse der Arbeitnehmer sein“, so HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth.
Eine aktuelle HDE-Umfrage zeige auf, dass sich die Einzelhandelsunternehmen bereits in einer kritischen Lage befindet und hohe Gehaltserhöhungen die Existenz von Arbeitsplätzen riskieren. Demnach erwarten 62 % der Umfrageteilnehmer in diesem Jahr geringere Umsätze als im Vorjahr. Insgesamt berichten 93 % der Unternehmen von gestiegenen Kosten in den vergangenen beiden Jahren. Den Umfrageergebnissen nach planen bereits heute 51 % der Händler mit mehr als 100 Mitarbeitern, die Zahl ihrer Mitarbeiter in diesem Jahr zu verringern. „Diese Tarifrunde findet in einer sehr ernsten Wirtschaftskrise statt. Dem muss auch Verdi Rechnung tragen. Wir als Arbeitgeber erwarten, dass die Gewerkschaft die Zeichen der Zeit erkennt, indem sie deutlich von ihren Maximalforderungen Abstand nimmt“, so Genth weiter. Schon im letzten Tarifabschluss seien die Arbeitgeber an die absolute Schmerzgrenze gegangen. Über die Laufzeit von 2023 bis 2025 waren damals bereits insgesamt 14 % Gehaltserhöhung vereinbart worden. Damit sei für die Beschäftigten im Einzelhandel nachweislich auch ein Reallohngewinn entstanden. Genth: „Damit ist klar: Wir haben keinen Nachholbedarf bei der Höhe von Löhnen und Gehältern.“