Wie der IWF mitteilte, wird für 2026 nun ein Plus von 1,3 % im BIP erwartet. Das ist beinahe doppelt so viel wie noch im Juli prognostiziert (0,7 %). Für das kommende Jahr rechnen die Ökonomen mit einem Zuwachs von 1,1 %. Damit schließt sich der IWF der optimistischen Einschätzung der Bundesregierung an.
Getragen wird der Aufschwung in Deutschland vor allem durch staatliche Investitionen in Infrastruktur und Verteidigung sowie durch eine temporär starke Exportnachfrage mach energieintensiven Gütern im Zuge der Golfkrise. Zudem profitieren deutsche Zulieferer vom weltweiten KI-Boom.
Für die Eurozone hebt der IWF seine Wachstumserwartung für 2026 leicht auf 1,1 % an, gestützt durch eine starke Erholung in Irland und anhaltende Dynamik in Spanien. Weltweit wird mit einem Wirtschaftswachstum von 3,1 % gerechnet. Dass der durch den Iran-Konflikt und die Blockade der Straße von Hormus ausgelöste Ölpreisschock die Weltkonjunktur nicht abgewürgt hat, führt der IWF auf eine höhere Förderleistung außerhalb des Persischen Golfs und strategische Reserven zurück.
Trotz der positiven Wende warnt der Währungsfonds vor Risiken: Neben dem nach wie vor schwachen Verbrauchervertrauen in Europa schüren der Aufstieg der Künstlichen Intelligenz und die gestiegenen Energiepreise weltweit die Inflation, die 2026 voraussichtlich bei 4,7 % liegen wird. Während die USA als Nettoenergieexporteur vom Preisschock weitgehend unberührt bleiben und um 2,3 % wachsen, treffen die hohen Rohstoffpreise vor allem einkommensschwache Schwellen- und Entwicklungsländer hart.