Laut dieser Prognose sollen die Umsätze 2026 nominal um 4,3 % gegenüber dem Vorjahr steigen. Damit entwickelt sich der Online-Handel voraussichtlich stärker als der stationäre Einzelhandel, für den der HDE ein Plus von 1,6 % erwartet.
Zentrale Bedeutung haben weiterhin Online-Marktplätze. 2025 wurden rund 56,7 % der Online-Umsätze in Deutschland über Marktplätze erzielt. Das entspricht einem Plus von 5,9 % im Vergleich zum Vorjahr. „Der Online-Handel ist auf dem Wachstumspfad. Die Branche hat es angesichts der schlechten Konsumstimmung nicht leicht, behauptet sich aber als Wachstumstreiber für den gesamten Einzelhandel“, sagt HDE-Vizehauptgeschäftsführer Stephan Tromp.
Gleichzeitig verweist der Verband auf wachsende Umsätze ausländischer Anbieter. Bereits 65 % der Deutschen haben laut HDE schon einmal im Ausland bestellt, 49 % davon in China. Der Umsatzanteil ausländischer Onlineanbieter am Online-Handel in Deutschland liege inzwischen bei knapp 11 Mrd. Euro. Davon entfielen rund 4,7 Mrd. Euro auf Temu und Shein. Tromp fordert mit Blick auf diese Anbieter einen fairen Wettbewerb und „konsequente und spürbare Strafen“.
Eine weitere Entwicklung betrifft die Altersstruktur der Online-Käufer. Während die Zahl der Online-Shopper 2025 über alle Altersgruppen hinweg um durchschnittlich 1,2 % stieg, lag das Plus bei den über 55-Jährigen bei 3,1 %. „Wer als Jugendlicher angefangen hat, online zu shoppen, hört mit steigendem Alter nicht plötzlich damit auf“, so Tromp.
Auch künstliche Intelligenz gewinnt im Kaufprozess an Bedeutung. Nach Angaben des HDE nutzen bereits 35 % der Menschen in Deutschland KI zur Recherche beim Kauf von Produkten.