Am 1. August 2008 begann Rodemeier sein Studium in International Business. Drei Monate Hochschule wechselten sich mit drei Monaten Praxis ab. Der entscheidende Impuls kam während eines Aufenthalts in Asien. Dort bekam Matthias Rodemeier tiefe Einblicke in Schuhentwicklung und Produktion. „Nach diesen drei Monaten bin ich davon nicht mehr losgekommen“, sagt er. Bis heute fasziniert ihn, wie Schuhe entstehen – und dass mit jeder Saison die Aufgabe neu beginnt. Nach seiner Zeit in Asien arbeitete er im Produktmanagement für Europa, insbesondere für Italien und Osteuropa. Prägend waren dabei zwei Menschen: Gianni Lacatena und Ulrich Klüber. Rodemeier bezeichnet speziell Lacatena heute als seinen Mentor. Er vermittelte ihm Erfahrung, öffnete Türen – und ließ ihn machen. Irgendwann schickte ihn Lacatena allein nach Italien. Das Signal war eindeutig: Du kriegst das hin.
Seit dem 1. Juni 2026 ist Rodemeier geschäftsführender Gesellschafter und Chief Product Officer, verantwortet die Produktentwicklung von Tamaris und zusätzlich den Vertrieb in der DACH-Region. In dieser Position stellt er das Bindeglied zwischen Produktmanagement, Design und Sales dar. Immer wenn die Entwicklung einer neuen Saison beginnt, „kribbelt“ es, sagt er. Was ist neu? Welche Veränderungen gibt es am Markt? Was bedeutet das für Tamaris? „Jede Saison setzen wir über die Produkte neue Impulse für die Marke“, beschreibt Rodemeier die Arbeit seines Teams. Für ihn sei genau das „die schönste Aufgabe“. Der Markt verlangt den Akteuren, die in ihm wirken, einiges ab. Rodemeier hat bei Wortmann Jahre mit starken Wachstumsraten erlebt, anschließend Corona und die anhaltende Konsumzurückhaltung. Dass schwierigere Zeiten prägen, kann er nur bestätigen. Gleichzeitig blickt er mit Stolz darauf, wie das Unternehmen durch diese schwierigen Phasen gekommen ist. Auch heute sei die Lage im Markt anspruchsvoll. Was Matthias Rodemeier allerdings widerstrebt, ist, wenn nur noch über Probleme gesprochen wird. Mehr Zuversicht würde aus seiner Sicht guttun – in der Branche und in der Gesellschaft. Denn neben allen Problemen gebe es auch viele Möglichkeiten. Das betrifft für Rodemeier nicht nur Kollektionen und Zielgruppen, sondern auch die Führung. Er selbst hat erlebt, wie wichtig Menschen sind, die Erfahrung weitergeben und gleichzeitig loslassen können. Junge Menschen sollen bei Wortmann die Möglichkeit bekommen, Dinge anders zu machen und mutig zu sein. Auch er möchte ihnen vermitteln: Ihr kriegt das hin.