Carla und ihr Lieblingsschuh, Cinque Bellagio Ambra: „Ich möchte mit meinen Schuhen dafür sorgen, dass wir auch im Fashionbereich als starke Marken wahrgenommen werden. Das habe ich mit dem Cinque Bellagio Ambra gut zum Ausdruck gebracht. Er sitzt perfekt, ist hochwertig und gleichzeitig zeitlos und modern.“
Carla Schnell hat intensive Tage hinter sich, als sie das Interview gibt. Sie kommt frisch von der Prototypen-Review für H/W 27/28. Eine Woche lang beansprucht das Produktteam dafür einen Showroom für sich. In kleiner Runde beschäftigen sich die Designer und Produktmanager konzentriert mit Mustern, Farben und Werkzeugen. Die Schuhe breiten sich immer weiter auf den Tischen aus, während im kreativen Chaos allmählich klar wird, wie die neuen Kollektionen aussehen sollen. „Dem kreativen Fluss sind erst mal keine Grenzen gesetzt und es macht unfassbar viel Spaß, alles zu formen und neue Ideen reinzubringen. Es ist mir auch wichtig, dass das Team trotz aller Zahlengetriebenheit immer neue Ideen entwickelt, deren Erfolg sich noch nicht mit Zahlen belegen lässt“, beschreibt Schnell den kreativen Prozess. Als Business Unit Manager Footwear ist sie die Hauptverantwortliche für die Kollektionsentwicklung aller Marken von TS Brand Management: Kangaroos, Jako, Kastinger – und seit Neuestem auch Cinque. Sie hat die erste Cinque-Kollektion unter dem neuen Lizenznehmer federführend entworfen und sie bei der Enthüllung in Riva del Garda vorgestellt.
Es gelinge ihr grundsätzlich gut, bei all ihrer kreativen Energie die Zielgruppe nicht aus den Augen zu verlieren. Herausfordernd werde es nur, wenn sie ihren Fokus oft zwischen Marken wechseln und sich immer wieder auf neue Stimmungslagen einstellen muss. Aber auch da kennt sie einen Trick: „Es fängt schon damit an, wie ich mich morgens anziehe. Wenn ich einen Kangaroos- oder einen Cinque-Schuh trage, style ich mich automatisch anders und bin in einer anderen Stimmung. Das prägt wirklich meinen Alltag.“
Mit dem Job hat sich Carla Schnell ihren Traum erfüllt. Schuhe begleiten sie schon ihr ganzes Leben und sind nun vom Hobby zum Beruf geworden: „Ich habe schon als kleines Kind Schuhe geliebt. Vor allem meine Oma hat mich mit ihrer Leidenschaft für Mode sehr geprägt. Als Teenager war ich extrem von Sneakern begeistert, bin zu Raffles gefahren und habe jeden Monat mehrere Paar Sneaker gekauft.“ Bei Kangaroos war sie zunächst Designerin und wechselte dann ins Produktmanagement. Der Name Designer klinge zwar spannender, doch sie habe gemerkt, dass sie lieber die Verantwortung für die Kollektion trägt. In ihrer Position legt sie besonders Wert darauf, eng mit den Designerinnen und Designern zusammenzuarbeiten: „Es ist mir wichtig, immer ausführlich zu erklären, warum wir ihre Designs anpassen. Weil ich von mir selbst weiß, wie es sich anfühlt, wenn die eigenen Ideen am Ende hinten runterfallen.“ Mit 28 hat sie als Business Unit Manager Führungsverantwortung übernommen. „Ich bin eigentlich eine selbstbewusste Person, aber ich hatte echt eine Heidenangst vor der Verantwortung. Jetzt soll ich auf einmal den Top-Accounts erklären, warum sie unsere Schuhe kaufen sollen.“ Nach einer Saison hat sich das gelegt. Die Selbstverständlichkeit, mit der das Unternehmen ihr diese Aufgaben zugetraut hat und auch die positiven Zahlen haben ihr geholfen, zu verstehen, wie gut sie in ihrem Job eigentlich ist.