Tag für Tag im Büro am Laptop zu sitzen, schien für Nils Rollmann nie attraktiv. Er wollte schon immer etwas mit seinen Händen schaffen. Im Familienunternehmen Rollmann mit Schuhhaus und Orthopädie-Schuhtechnik in Göppingen packte er schon als Jugendlicher immer mit an, half beim Aufbau oder reparierte Lampen. Besonders viel Zeit verbrachte er mit 13 auf der Baustelle. Damals, 2014, wurde der Firmensitz umgebaut und aufwendig erweitert. Natürlich wurde damals jede helfende Hand gebraucht.
In der Rückschau wird deutlich, wie wichtig dieser Umbau für die Perspektive des Unternehmens war. Mit dem Ausbau der Gesundheitsversorgungsräume und der Aufnahme der Podologie legte Rollmann den Grundstein dafür, die Versorgung rund um den Fuß zu dem wichtigen Standbein weiterzuentwickeln, das sie heute ist. Zur orthopädischen Versorgung gehören heute unter anderem die Einlagenversorgung, die Maßschuhanfertigung und die Kompressionstherapie. Verantwortlich dafür zeichnet der 25-jährige Orthopädieschuhmeister. Neben der Leidenschaft für das Handwerk treibt ihn dabei vor allem eines an: „Ich mag es, mit Menschen zu arbeiten und auf ihre Bedürfnisse einzugehen. Zu sehen, dass ein Mensch wieder schmerzfrei gehen kann und man ihn wieder zurück ins Leben bekommt, ist für mich das Schönste.“ Bereits auf dem Weg zur Meisterschule war ihm klar, sich selbstständig machen zu wollen. Ein Ziel, auf das er mit vollem Engagement hingearbeitet hat: Er absolvierte das Studium zum Betriebswirt des Handwerks, spezialisierte sich zum Bewegungsanalytiker sowie auf die Versorgung von Diabetikern. Weitere Erfahrungen sammelte er, als er in Österreich und Australien als Orthopädieschuhmacher arbeitete.