Insgesamt 488.000 betriebliche Ausbildungsstellen wurden für das Beratungsjahr 2023/2024 bis Juli 2024 gemeldet. Viele davon sind weiterhin unbesetzt. Das geht aus einer aktuellen Statistik der Bundesagentur für Arbeit (BA) hervor, die der Handelsverband Deutschland (HDE) nun auswertet. Demnach seien auch viele Bewerberinnen und Bewerber unversorgt, da auf 83 gemeldete Bewerberinnen und Bewerber 100 betriebliche Ausbildungsstellen gemeldet wurden.
Die häufigsten Ausbildungsstellen lagen im Einzelhandel: Hier gab es 38.000 Ausbildungsangebote für angehende Kaufleute und 26.000 Angebote für Verkäuferinnen und Verkäufer. Weiter hinten, auf Platz 6, folgen die Abiturientenprogramme des Handels (13.000 Angebote), bei denen Teilnehmende drei Abschlüsse in drei Jahren erzielen können: Ausbildung, Fortbildung und Ausbilderschein. Von den insgesamt 328 dualen Ausbildungsberufen bildet der Handel in über 60 Berufen aus.
„Aktuell werden noch sehr viele Ausbildungsverträge für das Ausbildungsjahr 2024/2025 geschlossen. Unversorgte Bewerber und Bewerberinnen und ausbildende Unternehmen können also noch bis weit in den Herbst hinein zusammenfinden“, erklärt Katharina Weinert, HDE-Abteilungsleiterin Bildungspolitik und Berufsbildung. „Die Chancen auf einen Ausbildungsplatz im Handel stehen sehr gut, weil die Handelsunternehmen ihren Fachkräftebedarf vor allem mit Absolventinnen und Absolventen der Beruflichen Bildung decken. Deshalb bieten sie in Summe sehr viele Ausbildungsplätze an, oftmals auch in der eigenen Region.“
Ab dem 1. August werde die Ausbildungskampagne Karriere-Handel.de erneut gelauncht. Hier sollen Gesichter des Handels vorgestellt und mit gängigen Klischees aufgeräumt werden. Auch Tipps zur Berufssuche oder Bewerbung soll es hier geben. Die Kampagne richtet sich dabei sowohl an junge Menschen als auch an Eltern, Berufsberatende oder Lehrer. Weinert ergänzt: „Wir wollen die Berufsorientierung unterstützen, die gesellschaftliche Anerkennung für die duale Ausbildung fördern und verdeutlichen, dass Karriere mit Lehre im Handel die Regel ist.“