Laut der Studie der Gesellschaft für Verpackungsmarktforschung (GVM) liegt der Verbrauch hierzulande jährlich bei 6,1 Mrd. Kunststofftragetaschen. Das entspricht einer Gesamtmenge von 86 Kilotonnen oder einem Verbrauch von 76 Tragetaschen pro Einwohner und Jahr. Diese Werte sind den Experten zufolge erheblich niedriger als der europäische Durchschnitt, der bei 198 Stück pro Einwohner und Jahr liegt.
Tragetaschen haben der Studie nach einen Anteil von 3% am Verbrauch von Kunststoffverpackungen oder 0,17% am Aufkommen von Siedlungsabfällen. Damit, so die GVM, ist die Abfallrelevanz von Tragetaschen in Deutschland begrenzt. Außerdem werde hierzulande mit den Kunststofftüten überwiegend sehr verantwortungsbewusst umgegangen. Die Studie weist aus, dass 48% aller Tragetaschen wiederverwendbar sind und 72% der Endverbraucher die Tragetaschen mehrfach nutzen. Nur 11% der über den Einzelhandel verkauften Lebensmittel und Drogeriewaren (FMCG) werden von Endverbrauchern in erstmalig eingesetzten Kunststofftragetaschen nach Hause transportiert.
HDE-Geschäftsführer Kai Falk in diesem Zusammenhang: "Der Lebensmittelhandel hat bereits vor Jahrzehnten mit der Selbstverpflichtung, Tragetaschen kostenpflichtig an den Endverbraucher abzugeben, ein Zeichen gesetzt." Viele Händler würden darüber hinaus den Kunden Alternativen zur Kunststofftüte wie beispielsweise Tragetaschen aus Baumwolle oder Kunststoff-Fasergewirk anbieten.
HDE warnt vor EU-Verbot von Plastiktragetaschen
Von der EU vorgeschlagene Eingriffe wie ein Verbot von Kunststofftragetaschen mit einer Folienstärke unter 50Cm – darunter viele zum Wiedergebrauch bestens geeignete Tragetaschen – sind laut der GVM- Studie nicht notwendig und auch nicht zielführend. Die Experten befürchten dann vielmehr das Ausweichen der Kunden auf Tragetaschen mit höherer Wandstärke.