Beide Organisationen skizzieren fünf zentrale Maßnahmen, mit denen Stadtzentren angesichts von Leerständen, verändertem Konsumverhalten und steigenden Kosten stabilisiert und weiterentwickelt werden sollen.
Im Mittelpunkt steht die Forderung nach finanziell handlungsfähigen Kommunen. Attraktive Innenstädte seien nur mit Investitionen in den öffentlichen Raum zu erhalten, dafür brauche es jedoch eine Neuordnung der Kommunalfinanzen. Darüber hinaus sprechen sich HDE und Deutscher Städtetag für eine Gründungsoffensive im Innenstadthandel aus. Leerstände sollten gezielt auch für neue Handelskonzepte genutzt werden, um den Branchenmix zu stärken und die wirtschaftliche Belebung der Zentren zu unterstützen.
Weitere Punkte des Papiers sind eine Modernisierung des Rechtsrahmens, mehr Unterstützung für lokales Engagement sowie bessere Bedingungen für private Investitionen. So fordern die Verbände mehr Planungssicherheit bei Umnutzungen und Nutzungsmischungen, eine stärkere Aktivierung der Stadtgesellschaft und einen Ausbau öffentlich-privater Partnerschaften. Auch Business Improvement Districts sollen weiterentwickelt werden.
HDE-Präsident Alexander von Preen unterstreicht die Rolle des Einzelhandels für die Stadtzentren: „Der Handel macht die Stadt. Die Leute kommen vor allem zum Einkaufen in die Innenstädte. Deshalb schlägt das Herz lebendiger Stadtzentren immer im örtlichen Einzelhandel.“ Geschäfte seien nicht nur wirtschaftlich relevant, sondern auch soziale Ankerpunkte. „Wenn Geschäfte schließen müssen, verliert eine Kommune daher weitaus mehr als nur ihre wirtschaftliche Substanz – sie verliert jedes Mal einen Pfeiler ihres sozialen Zusammenhalts“, so von Preen.
Zugleich verweist der HDE auf den wachsenden Druck auf die Branche. „Allein in diesem Jahr werden knapp 5.000 Geschäfte ihre Türen für immer schließen – da sind die Neugründungen schon gegengerechnet. Viele Innenstädte sind schon auf der Intensivstation“, sagt von Preen. Um gegenzusteuern, müssten Neugründungen gezielter gefördert und privates Kapital stärker mobilisiert werden. „Die Wiederbelebung und der Erhalt von Innenstädten muss ganz oben auf die politische Agenda. Bund, Länder und Kommunen müssen eng verzahnt arbeiten“, fordert der HDE-Präsident.