Höhne warnt allerdings davor, Marktplatzgeschäft mit zusätzlichem Umsatz gleichzusetzen. „Nur vom Umsatz können wir uns nichts kaufen, wenn wir dabei nichts verdienen“, bringt es der Händler auf den Punkt. Ob sich der Verkauf über zusätzliche Kanäle betriebswirtschaftlich rechnet, müsse jeder Händler anhand seiner eigenen Kostenstruktur entscheiden.
Shopfair stellt seinen Partnern dafür unter anderem Informationen über Retourenquoten zur Verfügung. Gerade ausländische Marktplätze können interessant sein, weil die Retourenquoten dort teilweise niedriger sind als in Deutschland. Gleichzeitig lassen sich Onlinekanäle gezielt zur Warensteuerung einsetzen: Ware, die sich stationär gut verkauft, muss nicht zwangsläufig auch online angeboten werden. Langsam drehende Artikel oder saisonale Restbestände können dagegen für ausgewählte Marktplätze freigeschaltet werden. „Alles auf allen Kanälen zu jeder Zeit“ sei in der Regel keine sinnvolle Strategie, sagt Höhne. Vielmehr müsse der Händler entscheiden, wann welcher Bestand über welchen Kanal angeboten wird. Shopfair versteht sich dabei als zusätzliche Option, nicht als Ersatz für das stationäre Geschäft.
Auch Händler, die bereits selbst auf Marktplätzen verkaufen, können das Modell parallel nutzen. Neuware könne beispielsweise über den eigenen Account laufen, ältere Ware zusätzlich über Shopfair. Wer sämtliche Prozesse und das notwendige Know-how selbst beherrsche, brauche einen Dienstleister allerdings nicht zwingend. Genau diese Expertise hätten nach der Einschätzung von Höhne jedoch nur wenige Händler.