Dass dieses Modell funktioniert, führt Carbonari auf zwei Dinge zurück: die Flexibilität ihres Arbeitgebers und ein starkes privates Netzwerk. Sie verklärt die Vereinbarkeit von Führungsjob und Familie nicht. Es brauche Organisation, klare Prioritäten und manchmal eben einen weiteren Arbeitsblock, wenn ihr Sohn schläft. Gleichzeitig ist ihr wichtig, Grenzen zu ziehen. Auf der halbstündigen Heimfahrt telefoniert sie häufig noch mit ihrem Außendienstteam. Steigt sie aus dem Auto, gehört die Zeit zunächst der Familie.
Veränderungen machen Anna Carbonari keine Angst. In ihren 15 Jahren bei dem Grazer Unternehmen hat sie einige erlebt. Manche waren herausfordernd. Aber Carbonaris Haltung war immer: „Ich probiere das jetzt aus und schaue, wohin es mich führt.“
So wurde aus einem zufälligen Einstieg in die Schuhbranche eine bewusste Entscheidung. Carbonari ist auf Messen unterwegs, besucht Kunden, kennt das Onlinegeschäft ebenso wie den stationären Handel und hat selbst im Verkauf gearbeitet. Die Vielfalt der Aufgaben, der direkte Kontakt mit Händlern, Branchenkolleginnen und -kollegen und das Produkt Schuh gefallen ihr. Und genau das mache die Branche für sie nach wie vor so spannend: Stillstand gab und gibt es nie.