Zum Festtag der Heiligen Crispinus und Crispinianus, der Schutzpatrone der Schuhmacher und der Schuhindustrie, feiert die italienische Schuhbranche am 24. Oktober ihr handwerkliches Erbe. Der Branchenverband Assocalzaturifici will die jährlichen Feierlichkeiten nutzen, um die Bedeutung der italienischen Fertigung hervorzuheben. Im Mittelpunkt stehen die Handwerker, Unternehmer und Beschäftigten, die über Generationen hinweg zum internationalen Ansehen von Made in Italy beigetragen haben.
„Das Fest der Heiligen Crispinus und Crispinianus ist eine Gelegenheit, die Geschichte der Identität unserer Branche zu erzählen: ein Erbe von Menschen und Fähigkeiten, das über Generationen weitergegeben wurde. Der Wert von Made in Italy beruht auf einer Fertigungskultur, die tief in den lokalen Regionen verwurzelt ist und vom Dialog zwischen den Generationen genährt wird. Diesen Anlass zu feiern bedeutet, unser Fachwissen zu bewahren und es an künftige Generationen weiterzugeben“, sagt Giovanna Ceolini, Präsidentin von Assocalzaturifici und des Förderkomitees für das italienische Schuhhandwerk.
In mehreren italienischen Schuhregionen sind Veranstaltungen rund um Tradition, Aus- und Weiterbildung sowie die beruflichen Kompetenzen der Branche geplant. In San Mauro Pascoli stehen der Austausch mit jungen Menschen und die Auszeichnung von Schülern im Mittelpunkt. Institutionen, Unternehmen, Hochschulen und Bildungseinrichtungen wollen dort gemeinsam die Verbindung zwischen Ausbildung und Industrie stärken. Zudem wird die nächste Ausgabe des Wettbewerbs „Un Talento per la Scarpa“ vorgestellt.
In Stra sind im Rahmen des Wettbewerbs „Scarpetta d’Oro“ Veranstaltungen zu Tradition und Kreativität, Ehrungen von Schülern sowie die Ausstellung einer Reliquie des Heiligen Crispinus vorgesehen. In Vigevano würdigt die traditionelle „Mantellata“-Zeremonie Unternehmensinhaber und ihren Beitrag zur Geschichte und Vitalität der Schuhbranche.
Zum italienischen Produktionsnetzwerk zählen neben Schuhherstellern auch spezialisierte Unternehmen für Lederverarbeitung, Sohlen, Einlegesohlen, Absätze, Fußbetten, Leisten, Komponenten und Accessoires. Eine zentrale Herausforderung bleibt nach Angaben von Assocalzaturifici die Weitergabe des Fachwissens an die nächste Generation.
Parallel arbeitet der Verband gemeinsam mit Cercal, der Polytechnischen Universität und Museimpresa an einer Aufnahme des italienischen Schuhhandwerks in die Unesco-Liste des immateriellen Kulturerbes. Das von Ceolini geleitete Förderkomitee wird unter anderem vom italienischen Ministerium für Unternehmen und Made in Italy unterstützt. Ziel ist es, das handwerkliche Wissen langfristig zu schützen und seine Weitergabe zu sichern.